Heinrich_Strohmeier
Heinrich Strohmeier 1. Vorsitzender von 1916 – 1925

Nach dem Ende des Krieges am 11. November 1918 erwachte das Vereinsleben dann sehr schnell wieder. Die erste Nachkriegs-Generalversammlung wurde bereits am 18.01.1919 einberufen.

Anlässlich der Versammlung am 04.02.1920 wird den Turnern Fritz Holtmann und Eduard Schröder der Auftrag erteilt, eine Ehrentafel für die gefallenen Turner herzustellen.

Nach mehrmaligem Anmahnen ist diese Ehrentafel dann endlich im März 1921 fertig und soll am 1. Ostertag mit der Aufführung eines ernsten Theaterstückes geweiht werden. Wie später zu lesen ist, wurde bei der Weihe der Ehrentafel ein Überschuss von 1.074,20 Mark erzielt. Von dieser Summe wurde dem Fahnenfonds ein Betrag von 574,00 Mark gutgeschrieben, der Rest wurde auf ein Sparbuch eingetragen.

Am 06. Juli 1922 beschließt die Versammlung die Anschaffung einer Vereinsfahne und gibt diese am 18. Juli bei einem Fahnenfabrikanten in Hildesheim in Auftrag, nachdem dieser einige Muster vorgelegt hatte. Die Fahnenweihe wird am 27. August 1922 anlässlich des Turnfestes vollzogen. Bedauerlicher Weise gibt es von der Fahne keinerlei Abbildungen. Den Aufzeichnungen zufolge handelte es sich um Seidenstoff, eine Seite in blau, die andere Seite in gelb.

 Eine Eintragung vom 25.01.1923 wirft ein bezeichnendes Licht auf die Geldverhältnisse, die zu dieser Zeit herrschten. Das Geld war in keiner Weise mehr Maßstab, alles orientierte sich an Sachwerten und jeder suchte danach. Für die Beitragsbemessung hatte sich der TV Istrup wohl den leichtesten Wertmesser ausgesucht und den Vereinsbeitrag für ¼ Jahr auf zwei Briefporto festgesetzt. Umso erfreulicher, dass bereits Ende des gleichen Jahres durch die Einführung der Rentenmark (RM) wieder geordnete Verhältnisse herrschten.

In den folgenden Jahren ist ein geregelter Turnbetrieb zu vermelden. Die Teilnahme an Bundesfesten, volkstümlichen Festen sowie Schüler- und Zöglingsfesten, welche in Elbrinxen, Leopoldstal, Meinberg, Belle und Istrup veranstaltet wurden, wurde bei den jeweiligen Versammlungen entweder beschlossen oder abgelehnt.

Neben Turnveranstaltungen prägten auch zahlreiche Theaterveranstaltungen das damalige Vereinsleben. Im Jahr 1924 wurde daher die Anschaffung einer Theaterbühne beschlossen, die dann auch zügig in Eigenarbeit erstellt wurde.

Erste Überlegungen zur Gründung einer Fußballmannschaft wurden bereits im Jahre 1925 von den Mitgliedern des Turnvereines getroffen. Nach einer lebhaft geführten Diskussion konnte der Vorschlag aber nicht durchgesetzt werden.

Am Volkstrauertag im Jahr 1926 wurde das noch heute bestehende Ehrenmal im Gedenken an die gefallenen Krieger eingeweiht. Es war damals für den Verein eine Selbstverständlichkeit, die Errichtung mit Spenden zu unterstützen und an der Einweihung teilzunehmen.

1931 fand das Bundesturnfest in Istrup statt. Dabei handelte es sich um eine große Turn- und Festveranstaltung, zu dem zahlreiche Turner aus der Umgebung anreisten. Neben den zahlreichen Turnveranstaltungen gehörte unter anderem auch ein großer Festumzug zu den Programmpunkten.

Der Rundmarsch anlässlich des Bundesturnfestes im Jahre 1931 führt die Turner am ehemaligen Hof Henkensmeier (rechts) und am Hof Uhmeyer (links) vorbei.
Der Rundmarsch anlässlich des Bundesturnfestes im Jahre 1931 führt die Turner am ehemaligen Hof Henkensmeier (rechts) und am Hof Uhmeyer (links) vorbei.

Verkaufsstände für Eis und Backwaren wurden für eine Standgebühr von 3 bis 5 RM vergeben. Die Sportgeräte wurden mit einem LKW der Firma Päuker an- und abgefahren. Während des Festes wurde der Lastwagen als Bühne für die Musik genutzt. In dieser Zeit wurde auch bereits für die private Unterbringung von auswärtigen Gästen Sorge getragen. So sorgten 20 Turnbrüder für Übernachtungsmöglichkeiten, während weitere 80 Turner ein Essen ohne Nachtquartier zur Verfügung stellten.

Die Damenriege anlässlich des Bundesturnfestes 1931 – oben v.l.: Frieda Suska verh. Schnittger, Luise Borcheld verh. Voss, Else Borcheld verh. Schröder; Mitte v.l.: Minna Adam verh. Schmidtmeier, Mathilde Schnittger, Frieda Schnittger, Friederike Tegt verh. Herzog, Martha Borcheld verh. Kenter; unten v.l.: Helene Borcheld verh. Schul-ze, unbekannt, Luise Köster, Marie Kuhlenkord verh. Hellmeier, Amalie Berghahn verh. Winter, Martha Borcheld verh. Nolte