
»Frisch, fromm, fröhlich, frei«, so lautete der Wahlspruch von Friedrich Ludwig Jahn (1778 – 1852). Jener »Turnvater« Jahn war es, der im 19. sowie zu Beginn des 20. Jahrhunderts den Turnsport etablierte und wohl auch der Beweggrund für mehrere Istruper Männer war, sich am 4. Dezember 1907 zu versammeln und zunächst unter dem Namen Turnverein »Frisch Auf« Istrup den ersten Istruper Sportverein Verein zu gründen.
In der Gründerversammlung wurde beschlossen, den Vorstand aus »älteren« Männern zu wählen. Außerdem wurde die Anschaffung der ersten Turngeräte beschlossen und zwar ein Reck, ein Schnursprunggestell und eine Hantel. Geturnt wurde zunächst dienstags und freitags abends von 20 bis 22 Uhr. Der Eintrittspreis in den Verein wurde damals auf drei Mark pro Mitglied festgelegt. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Verein laut Mitgliederverzeichnis 20 Mitglieder.
Leider kehrten viele Mitglieder nicht aus dem Krieg zurück. Eine Eintragung vom 25. Januar 1923 wirft ein bezeichnendes Licht auf die Geldverhältnisse, die zu dieser Zeit herrschten. Das Geld war in keiner Weise mehr Maßstab, alles orientierte sich an Sachwerten. Für die Beitragsbemessung hatte sich der TV Istrup wohl den leichtesten Wertmesser ausgesucht und den Vereinsbeitrag für ein Vierteljahr auf zwei Briefporto festgesetzt. 1931 ist ein besonderes Jahr in der Vereinsgeschichte. In diesem Jahr nämlich fanden sich mutige Männer zusammen, die einen zweiten Verein in Istrup ins Leben riefen: Den Rasen-Sport-Verein. Von nun an liefen der TV »Frisch Auf« und der Fußballverein RSV parallel.
Am 26. April 1934 wurde der Zusammenschluss beider Vereine unter dem Namen »Turn- und Sportverein« Istrup beschlossen und bereits am 10. Mai trat man dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) bei. Nach Beendigung des 2. Weltkrieges, aus dem zahlreiche Mitglieder nicht zurückkehrten, fand bereits am 12. Oktober 1945 die Neugründung des heutigen TuS »Blau-Weiß« Istrup statt. 1955 gab es erste Überlegungen, ein Pokalturnier im Hügelland durchzuführen. Wilhelm Borcheld, der hierzu die Idee hatte, wurde mit den Planungen beauftragt. Es sollte dann aber noch neun Jahre dauern, bis das »Hügelland-Pokalturnier« in der späteren Form erstmals durchgeführt wurde.
1964 wurde dann durch den TuS Istrup das Hügellandpokalturnier ins Leben gerufen. Das 1. Turnier vor heimischem Publikum konnten die Istruper zu ihren Gunsten entscheiden. Damals hätte wohl kaum jemand damit gerechnet, dass sich dieses Turnier über fast 30 Jahre zu einem der bedeutsamsten Turniere in der Istruper Vereinsgeschichte entwickeln würde. Einen großen Anteil an dem Erfolg hatte Wilhelm Heppe, der später mit hohem persönlichem Einsatz die Turnierorganisation übernommen hatte.
1965 gründeten die Fußballer eine neue Unter-Abteilung. Für die nicht mehr ganz so jungen Spieler wurde die Alte Herren-Mannschaft gebildet, die seitdem fester Bestandteil im Verein ist. 1970 konnte voller Stolz die Mehrzweckhalle ihrer Bestimmung übergeben werden. Das erste erfreuliche Ergebnis dieser Tatsache war die Gründung der Hausfrauenriege (später Gymnastikriege, heute Gruppe FAMOS. Für die Fußball-Abteilung wurde in der Jugendabteilung in den siebziger Jahren der Grundstein für eine sehr erfolgreiche Zeit gelegt. Und noch eine Ära wurde in dieser Zeit eingeläutet: Albertus Vermaas, später sogar aufgrund seiner langen Amtszeit in Anlehnung an Otto Rehhagel als »Otto zu Lippe« betitelt, übernahm das Traineramt der Ersten Fußballmannschaft. Seine Amtszeit, in der er zunächst als Spielertrainer begann, sollte 18 Jahre andauern.
In den siebziger Jahren dominierte allerdings nicht allein der Fußball. Leichtathletik-Wettbewerbe waren fester Bestandteil der Sportwerbewochen. 1991 war auch die Geburtsstunde einer neuen Abteilung. Gudrun Tegt rief die Handball-Abteilung ins Leben. Am 25. April 1992 beginnt die bisher längste Amtszeit eines TuS-Vorsitzenden. Als Karl-Heinz Deneke das Amt übernommen hat, hätte wohl niemand damit gerechnet, dass er 15 Jahre später den Verein in das 100-jährige Jubiläum führen würde.
Nachdem seit 1999 kein Sportfest mehr veranstaltet wurde, wurde 2001 von Christian Rogos das Istruper Freundschaftsturnier ins Leben gerufen. Kernstück des Jugendturniers sind das E- und F-Jugendturnier. Das Turnier (mit über 400 Kindern) wurde ein riesiger Erfolg und wird seitdem jedes Jahr durchgeführt. Die jüngste Abteilung im Verein ist die Radsportgruppe, die 2004 auf Initiative von Ralf Krüger gegründet wurde.
100 Jahre – eine lange Zeit, in der viel passiert ist. Anlässlich dieses Jubiläums gibt der TuS BW Istrup eine Vereins-Chronik heraus, die während der Jubiläumsfeierlichkeiten erhältlich sein wird. 100 Jahre – ein Grund zum Feiern! Das Festprogramm (vom 14. bis 24. Juni) beginnt mit verschiedenen Fußballturnieren. Am 16. Juni wird die Traditionsmannschaft von Arminia Bielefeld spielen, am 22. Juni findet ein Festkommers in der Mehrzweckhalle Istrup statt und am 23. Juni wird die Traditionsmannschaft von Borussia Mönchengladbach in Istrup spielen.  |