In der ersten Hälfte der achtziger Jahre durchlebte die Fußball-Abteilung eine sehr erfolgreiche Zeit. Sowohl die Jugend- als auch die Seniorenabteilung konnte zahlreiche Meistertitel erringen. Aber auch die Leichtathletik-Abteilung erzielte sehr gute Resultate. Den Höhepunkt in dieser Zeit bildete allerdings das 75-jährige Vereinsjubiläum, das 1982 gefeiert wurde. Auf dem damaligen Programm stand unter anderem ein Freundschaftsspiel zwischen den A-Jugend-Mannschaften von Arminia Bielefeld und Schalke 04, deren Mannschaftskapitän 18 Jahre später Fußball-Weltmeister werden sollte: Olaf Thon.

Am 4. Mai 1980 wurde der Grundstein für die langjährige A-Liga-Zugehörigkeit der ersten Seniorenmannschaft gelegt. Nach einem packenden Entscheidungsspiel im Eggestadion in Horn wurde der Aufstieg in die Kreisliga B perfekt gemacht, aus der später der Aufstieg in die Kreisliga A gelang. Gegner war der TSV Leopoldstal. Diese machten zunächst mächtig Dampf und lagen nach nur 12 Minuten bereits mit 2:0 in Führung. Angetrieben durch 150 Istruper Schlachtenbummler gelang noch vor der Halbzeit der Ausgleich. Dieter Tegt und Albertus Vermaas per Foulelfmeter erzielten die Treffer. In einer hitzigen Partie, in der fünf Zeitstrafen ausgesprochen wurden – davon drei für Istrup – dominierte unsere Mannschaft in der zweiten Halbzeit die Partie. Heinz-Jürgen Körber und zweimal Gerhard Schröder schossen die Tore zum 5:2-Sieg, der den Aufstieg bedeutete.

Trainiert wurde die Mannschaft von Spieler-Trainer Albertus Vermaas. Obmann war bereits damals Karl-Heinz Geise, der von Betreuer Werner Niederdeppe unterstützt wurde. Dem Team gehörten folgende Spieler an: Dieter Tegt, Albertus Vermaas, Detlef Baumert, Karl-Heinz Deneke, Manfred Schmidt, Volker Roestel, Erhard Berghahn, Hartmut Roddau, Gerd Schlink, Eckehard Obertopp, Gerd Köhne, Gerhard Schröder, Gerd Rau, Spielführer Heinz-Jürgen Körber und Jürgen Topp.

Vorne ist die Istruper Mannschaft abgebildet, hinten das Team aus Leopoldstal. Hinten links steht Wilhelm Heppe, der damals sowohl Vorsitzender als auch Staffelleiter war.
Vorne ist die Istruper Mannschaft abgebildet, hinten das Team aus Leopoldstal. Hinten links steht Wilhelm Heppe, der damals sowohl Vorsitzender als auch Staffelleiter war.

Seit dem Aufstieg in die Kreisliga B konnten dort gute Ergebnisse erzielt werden. Aber auch im Pokal war man erfolgreich. Im Jahr des 75-jährigen Jubiläums 1982 war unser Team eine von sechs lippischen Mannschaften, die sich für die erste Pokalrunde auf Landesebene qualifizieren konnte. Die Auslosung sorgte für einen Höhepunkt in der Istruper Vereinsgeschichte. Als Gegner wurde der damalige Amateuroberligist 1. FC Paderborn gezogen. Das Spiel ging zwar mit 8:1 verloren, dürfte aber trotzdem für die Beteiligten in stolzer Erinnerung geblieben sein. Zwischenzeitlich keimte sogar die Hoffnung auf einen möglichen Sieg auf. Nachdem Paderborn nach zehn Minuten in Führung ging, konnte Jörg Hausmann mit einem schönen Flugkopfball den zwischenzeitlichen Ausgleich besorgen.

Spielszene aus dem Pokalspiel gegen den 1. FC Paderborn am 25.09.1982
Spielszene aus dem Pokalspiel gegen den 1. FC Paderborn am 25.09.1982

1985 war es dann endlich soweit: der Aufstieg in die oberste Kreisklasse konnte in überlegener Manier eingefahren werden. Mit 43:13 Punkten und 92:33 Toren bei nur drei Niederlagen konnte der Aufstieg gefeiert werden. Das ewige Auf und Ab sollte endlich ein Ende haben. Über 21 Jahre konnte die Klasse gehalten werden, ehe 2006 leider der Abstieg hingenommen werden musste. Doch auch zwischendurch wurde es des Öfteren mal eng. 1986 konnte die Klasse nur gehalten werden, weil dem Abstiegskonkurrenten TuS Horn-Bad Meinberg II nachträglich Punkte abgezogen worden sind.

1989 ist die Zweite Mannschaft in die Kreisliga B aufgestiegen. Maßgeblichen Anteil am Aufstieg hatte Neuzugang Roger Pettenpohl, der in der Aufstiegssaison Torschützenkönig wurde. Leider konnte die Klasse in der folgenden Saison nicht gehalten werden.

Die Meistermannschaft von 1985: hinten v.l.: Obmann Karl-Heinz Geise, Spielertrainer Albertus Vermaas, Gerry Banens, Dirk Blutte, Frank Schnittger, Thorsten Tegt, Volker Roestel, Dieter Tegt, Betreuer Werner Niederdeppe; vorne v.l.: Folker Ahrens, Detlev Mönnich, Gerd Rau, Jürgen Schnelle, Jörg Hausmann, Raimund Pollak
Die Meistermannschaft von 1985: hinten v.l.: Obmann Karl-Heinz Geise, Spielertrainer Albertus Vermaas, Gerry Banens, Dirk Blutte, Frank Schnittger, Thorsten Tegt, Volker Roestel, Dieter Tegt, Betreuer Werner Niederdeppe; vorne v.l.: Folker Ahrens, Detlev Mönnich, Gerd Rau, Jürgen Schnelle, Jörg Hausmann, Raimund Pollak
Istrups Zweite Mannschaft im Aufstiegsjahr 1988/89: hinten v.l.: Vorsitzender Wilhelm Heppe, Trainer Karl-Heinz Deneke, Hans-Peter Wagner, Jürgen Schnelle, Karl-Horst Schwarz, Roger Pettenpohl, Ralf Zirkler, Günther Hesse, Christian Rogos, Bernd Bracht; unten v.l.: Betreuer Gerhard Schlink, Uwe Schumann, Jens Exler, Detlev Baumert, Dirk Heppe, Folker Ahrens, Michael Trachte, Raimund Pollak
Istrups Zweite Mannschaft im Aufstiegsjahr 1988/89: hinten v.l.: Vorsitzender Wilhelm Heppe, Trainer Karl-Heinz Deneke, Hans-Peter Wagner, Jürgen Schnelle, Karl-Horst Schwarz, Roger Pettenpohl, Ralf Zirkler, Günther Hesse, Christian Rogos, Bernd Bracht; unten v.l.: Betreuer Gerhard Schlink, Uwe Schumann, Jens Exler, Detlev Baumert, Dirk Heppe, Folker Ahrens, Michael Trachte, Raimund Pollak

Doch nicht nur die Senioren waren erfolgreich, auch im Jugendbereich konnten mehrere Titel eingefahren werden. 1981 wird die D-Jugend überlegen Meister in der 3. Kreisklasse. Die A-Jugend schafft 1982 den Aufstieg in die 1. Kreisklasse. Im gleichen Jahr steigt auch die C-Jugend in die 2. Kreisklasse auf. 1985 wird wiederum die D-Jugend Meister ihrer Klasse.

Die A-Jugend-Aufstiegsmannschaft 1983 – hinten v.l.: Jugend-Obmann Werner Rose, Andreas Tegt, Michael Rex, Bernd Zirkler, Heiko Welsche, Frank Schnittger, Holger Bilo, Karsten Topp, Trainer Ralf Krüger; vorne v.l.: Axel Hausmann, Thorsten Tegt, Uwe Schumann, Günther Hesse, Marco Golücke, Ralf Zirkler, Thorsten Suska; liegend: Michael Trachte
Die A-Jugend-Aufstiegsmannschaft 1983 – hinten v.l.: Jugend-Obmann Werner Rose, Andreas Tegt, Michael Rex, Bernd Zirkler, Heiko Welsche, Frank Schnittger, Holger Bilo, Karsten Topp, Trainer Ralf Krüger; vorne v.l.: Axel Hausmann, Thorsten Tegt, Uwe Schumann, Günther Hesse, Marco Golücke, Ralf Zirkler, Thorsten Suska; liegend: Michael Trachte
Die C-Jugend-Aufstiegsmannschaft 1983 -hinten v.l.: Vorsitzender Wilhelm Heppe, Trainer Karl-Heinz Geise, Manfred Eichstädt, Thomas Geise, Ralf Schnelle, Andreas Schlingmann, Patrick Lerns, Jörg Berten, Peter Bilo, Betreuer Gerd Rau; vorne v.l.: Marco Lossau, Mirko Warschun, Andreas Rex, Mirko Topp, Dirk Heppe, Jens Exler, Marko Hueting, Gordon Köhne
Die C-Jugend-Aufstiegsmannschaft 1983 -hinten v.l.: Vorsitzender Wilhelm Heppe, Trainer Karl-Heinz Geise, Manfred Eichstädt, Thomas Geise, Ralf Schnelle, Andreas Schlingmann, Patrick Lerns, Jörg Berten, Peter Bilo, Betreuer Gerd Rau; vorne v.l.: Marco Lossau, Mirko Warschun, Andreas Rex, Mirko Topp, Dirk Heppe, Jens Exler, Marko Hueting, Gordon Köhne

Trotz der Erfolge bereitete die Situation im Jugendbereich den Verantwortlichen auch einige Sorgen. Aufgrund rückläufiger Geburtenzahlen mussten Überlegungen angestellt werden, wie die Mannschaften in Zukunft personell besetzt werden sollten. Es wurden Gespräche mit dem BSV Blomberg aufgenommen und man einigte sich auf die Gründung einer Jugendspielgemeinschaft, die in der Saison 1985/86 den Spielbetrieb aufnahm. Bereits 1987 zahlte sich die Zusammenarbeit aus. Gleich drei Mannschaften (A-, C- und D-Jugend) schafften den Aufstieg in die nächsthöhere Spielklasse. Doch die Jugendspielgemeinschaft hatte auch ihre Nachteile. Nachdem die C-Jugend 1988 Meister in der 1. Kreisklasse geworden ist, hätte sie eigentlich an den Spielen um den Aufstieg in die Bezirksliga teilnehmen dürfen. Doch die Statuten ließen dies für Spielgemeinschaften nicht zu.

Neben „König Fußball“ gehörte damals Leichtathletik zu den beliebten Sportarten. Eine offizielle Leichtathletik-Abteilung bestand zunächst nicht. Dies änderten 1981 Werner Köhne und Karl-Heinz Geise, auf deren Initiative hin eine eigenständige Abteilung gegründet wurde. Der Lohn waren mehrere Ostwestfalen-, Kreis- und Stadtmeistertitel, sowie lippische Rekorde von Kai-Uwe Röhler und Holger Geise, die noch bis heute Bestand haben. Zu den damals sehr erfolgreichen Sportlern zählte Ende der achtziger Jahre auch Holger Sprute, der ebenfalls einige Titel einfahren konnte.

Die Leichtathletik-Abteilung im Jahr 1989: hinten v.l.: Trainer Ralf Meiseberg, H. Sprute, A. Jungblut, T. König, S. Schlink, H. Köhne, P. Gielen, H. Geise, K.-U. Röhler, M. Rex und LA-Obmann Werner Köhne; vorne v.l.: M. Dene-ke, Ch. Deneke, D. Topp, B. Weber, St. Topp, I. Beinker, M. Kruse, M. Topp
Die Leichtathletik-Abteilung im Jahr 1989: hinten v.l.: Trainer Ralf Meiseberg, H. Sprute, A. Jungblut, T. König, S. Schlink, H. Köhne, P. Gielen, H. Geise, K.-U. Röhler, M. Rex und LA-Obmann Werner Köhne; vorne v.l.: M. Dene-ke, Ch. Deneke, D. Topp, B. Weber, St. Topp, I. Beinker, M. Kruse, M. Topp

Während die Leichtathletik-Abteilung noch heute besteht, haben andere Abteilungen nicht ganz so lange durchgehalten. Die Damenriege zum Beispiel konnte immerhin 1983 ihr 10-jähriges Jubiläum feiern und hat bis dahin auch sehr aktiv am Vereinsleben teilgenommen, löste sich aber 1987 wieder auf.

Außerhalb der sportlichen Betätigung wurde auch an der Infrastruktur gearbeitet. In Eigenleistung errichteten 1981 Albertus Vermaas, Karl-Heinz Deneke und Heinz-Ulrich Kuhlenkord den Flutlichtmasten, der zumindest einen Trainingsbetrieb in der dunklen Jahreszeit ermöglichen sollte. 1987 erfolgte dann in Gemeinschaftsarbeit der Istruper Vereine der Umbau der ehemaligen Kläranlage zum Grillplatz. Ende der achtziger Jahre wurde in Eigenleistung mit dem Anbau des heutigen Jugendraumes an die Mehrzweckhalle begonnen. Maßgeblichen Anteil an dieser Baumaßnahme, die am 21. Juli 1990 abgeschlossen wurde, hatten insbesondere Werner Köhne, Dieter Schumann, Wilhelm Tegt, Werner Niederdeppe, und Hartmut Roddau.

Natürlich gehören zum Vereinsleben, insbesondere in einem Dorfverein, auch Geselligkeit und Feierlichkeiten. Hieran sollte es auch beim TuS Istrup nicht mangeln. Sportfeste, Ausflüge und Vereinskränzchen sind nur einige Beispiele. 1984 wurde das Angebot erweitert. In diesem Jahr richtete der Verein erstmals in Eigenregie das Osterfeuer am Sportplatz aus.

Neben den sportlichen Erfolgen konnte für den Jugendbereich auch in personeller Hinsicht ein Erfolg verbucht werden. 1985 übernahm der erst kurz zuvor aus Lage-Müssen zugezogene Karl-Heinz Hollmann den Posten als Jugendobmann und hat diesen auch noch im Jubiläumsjahr 2007 inne hat. Er hat damit die Tradition langjähriger Jugendobmänner fortgesetzt. Vor ihm bekleidete Friedrich Niederkrüger lange Jahre dieses Amt.

Grund zur Freude hatte die E-Jugend im Jahr 1989. Die Mannschaft durfte am 25. März vor knapp 19.000 Zuschauern im Niedersachsenstadion (heute AWD-Arena) das Vorspiel zu der Bundesliga-Partie zwischen Hannover 96 und Borussia Mönchengladbach bestreiten. Leider war es damals noch nicht üblich, die Bundesliga-Spieler beim Einlaufen zu begleiten. Trotzdem war es für die E-Jugendlichen und alle Mitgereisten ein tolles Erlebnis.

Über das Vereinsgeschehen wurde zu der damaligen Zeit noch viel in der Lokalpresse berichtet. 1988 wurde dann ein neues zusätzliches Informationsmedium geschaffen: der Vorläufer des heutigen Infoheftes „Kick-Off“. Anfangs noch im Hosentaschen-Format (DIN-A6) konnten sich Mitglieder und Fans über die abgelaufene und die bevorstehende Saison informieren. 1998 erschien das Heft dann erstmals im heutigen DIN-A5-Format.